Beschreibung
Sprache ist Heimat
Marisa Fenoglio kommt als junge Frau in den 50er Jahren nach Deutschland, nicht als Gastarbeiterin, sondern als Ehefrau eines Industriemanagers: Ihr Mann soll das FerreroWerk in der hessischen Provinz aufbauen. Aus einer hervorgehobenen Position, aber immer als Außenstehende, beobachtet sie das Deutschland der Wirtschaftswunderjahre und versucht, im fremden Land heimisch zu werden. Über die Liebe zur Sprache und zur Musik, aber auch dank ihrer natürlichen Neugier für eine Kultur, die so anders ist als die ihrer italienischen Heimat, findet sie langsam ihren Weg „im Anderswo“.
Eine einfache und privilegierte Emigration, könnte man meinen. Nicht vergleichbar mit den vielen Geschichten von Armut und Not, damals wie heute. „Aber gibt es das überhaupt, eine einfache Emigration?“, fragt die Autorin.
Die Autorin Marisa Fenoglio wurde 1933 in Alba im Piemont geboren, schloss in Turin ihr Studium ab und wanderte kurz nach ihrer Heirat Ende der Fünfzigerjahre nach Deutschland aus, wo sie 2021 verstarb. Sie ist Autorin der Bücher Casa Fenoglio (Sellerio 1995), Vivere altrove (Sellerio 1997, Rubettino 2019), Mai senza una donna
(Sellerio 2002), Viaggio privato (Araba Fenice 2004) und Il ritorno impossibile (Nutrimenti 2012). 2014 erschien Uno scrittore in famiglia (Centro Studi Pietro Calamandrei), ein ihrem Bruder, dem bekannten Schriftsteller Beppe Fenoglio, gewidmetes Buch; 2015 wurde das Werk für die Bühne adaptiert und im Teatro Pergolesi in Jesi aufgeführt.
Aus dem Italienischen übersetzt von Ruth Mader-Koltay
»Diese frische Geschichte voller Energie und Willenskraft ist allen Frauen gewidmet, die über ein Anderswo, wohin das Leben sie verschlagen hat, die Oberhand behalten haben.«
Tina Giudicci, Gazzetta di Mantova»Eine hervorragende Lektüre, um zu verstehen, wie fremd und isoliert man sich als Ausländer fühlen kann, und um den grundlegenden Unterschied zwischen „Integration“ und „Zugehörigkeit“ zu erfassen. «
Gino Chiellino, Linchiesta.it





